Achtung Hochwasser

Die Emme hat zwei Gesichter. Meist plätschert sie zwischen Kiesbänken Richtung Aare. Doch bei starken Regenfällen entwickelt sie sich rasch zum reissenden Fluss. Dabei gefährdet sie flussnahe Gebiete. Bereits die ersten Siedler gestalteten deshalb Schutzbauten. Ab 1877 folgte eine umfassende Korrektur mit Begradigungen, steilen Ufersicherungen und Sperren. Jahrzehnte bewährte sich das System. Dochdann grub sich das Wasser tief in die Flusssohle ein und liess Mauern bröckeln. Heute geht man im Hochwasserschutz neue Wege. Mit Aufweitungen erhält der Fluss mehr Raum, der Hochwasserschutz verbessert sich, vielfältige Lebensräume entstehen.Trotzdem bleibt die Emme ein Wildbach und verlangt Vorsicht.

In wenigen Sekunden ein reissender Fluss

Mehr Schutz an der Emme

Zeitgemässer Hochwasserschutz berücksichtigt die vielfältigen Funktionen der Gewässer. Wo immer möglich, werden deshalb Schutzmassnahmen mit Aufwertungen kombiniert. Der Mehrwert, der dadurch entsteht, zeigt sich nach Abschluss des Projekts Hochwasserschutz und Revitalisierung auch bei der «neuen» Emme eindrücklich: Die ausgedehnten Überflutungsflächen und Aufweitungen im Bereich der sanierten Deponien (zwei Kehrichtdeponien sowie eine Bioschlammdeponie) geben dem Gewässer mehr Raum und steigern die Abflusskapazität. Wo zusätzlich notwendig, helfen Dämme und Mauern Hochwasser durchzuleiten, wie sie alle 100 Jahre vorkommen können; Massnahmen zugunsten der Natur wie Steilufer, Kiesinseln, Hinterwasser, Holzstrukturen oder die Blockrampen für den Fischaufstieg werten die Flusslandschaft auf. Die Emme hat einen Teil ihrer Gestaltungskraft zurück und schafft selbst laufend neue Lebensräume.

Rückblick auf das Projekt "Hochwasserschutz und Revitalisierung Emme"

Hochwasser in Biberist

Martin Blaser, der frühere Gemeindepräsident von Biberist, erinnert sich, wie durch gutes Timing mehrere Hochwasser-Katastrophen abgewendet werden konnten – und wo man heute dank den Revitalisierungs- und Hochwasserschutzmassnahmen an der Emme steht.

Kurzfilm mit Martin Blaser